Kaiserwegbrücke nun fertig
Eberswalde (MOZ) Autofahrer können aufatmen: Die neue Kaiserwegbrücke wurde am 09.09.2009 für den Verkehr freigegeben. Der jahrelangen Dauerstress für die Autofahrer ist damit vorbei. Auch der Verkehr auf dem Wasserweg Oder-Havel-Kanal kann künftig ungehinderter fließen, denn die neue Brücke hat eine Durchfahrtshöhe über dem Wasser von 5,25 Metern. Die 3,97 Meter der alten Brücke zählten zu den niedrigsten Durchfahrtshöhen zwischen Berlin und Stettin. Sie wird voraussichtlich im Oktober abgerissen.
Nach einer Bauzeit von etwa zweieinhalb Jahren wird am Mittwoch die neue Kaiserwegbrücke für den Verkehr freigegeben, teilt das Wasser- und Schifffahrtsamt mit. Die Straßenbrücke Kaiserweg, zu DDR-Zeiten Thälmannbrücke, führt die Bundesstraße 167 bei Finowfurt über den Oder-Havel-Kanal.
Durch den Brückenneubau werden die Verkehrsverhältnisse auf der Bundesstraße B 167 ebenso verbessert wie für die Schifffahrt. Für den Neubau sind rund 6000 Quadratmeter Waldfläche südlich und nördlich der Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) abgeholzt worden.
Die Straßenbrücke Kaiserweg befindet sich in der Scheitelhaltung der Havel-Oder-Wasserstraße bei Kilometer 57,7 und überführt die Bundesstraße B167 über den Schifffahrtskanal. Die neue Kaiserwegbrücke kreuzt den Kanal nicht rechtwinklig, sondern in einem Winkel von zirka 50 Grad. Die Stützweite der neuen Brücke beträgt dadurch rund 98 Meter.
Den Brückenbau verantwortet die Firma Schachtbau Nordhausen GmbH. Rampen und der Straßenanbindung hat die Firma Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co KG erbracht.
Der Neubau der Brücke kostete alles in allem rund 6,2 Millionen Euro.
Autofahrer hatten in den vergangenen Monaten massive Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Für den Einbau der Deckschicht auf der Fahrbahn muss die B 167 im Bereich der Brücke komplett gesperrt werden. Die Straßendecke musste aus Qualitätsgründen ohne Naht aufgebracht werden, hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde die mehrtägige Vollsperrung während der Bauzeit begründet. Betroffen waren die Durchfahrt von und nach Finowfurt sowie der Kreuzungsbereich von und nach Eichhorst. Der Verkehr lief per Ampelregelung über die Baustelle.
Eigentlich sollte die neue Brücke bereits im November 2008 fertiggestellt sein. Der Bauverzug hatte in der Region für massiven Unmut gesorgt. Mit dem Brückenneubau beseitigt das Wasser- und Schifffahrtsamt eine weitere Engstelle auf dem Oder-Havel-Kanal. Die alte Kaiserwegbrücke war mit einer Durchfahrtshöhe von 3,97 Meter die niedrigste zwischen Berlin und Stettin. Das neue Bauwerk hat eine Durchfahrtshöhe von 5,25 Meter. Gleichzeitig wurde die Durchfahrtsbreite auf 55 Meter vergrößert und somit die Voraussetzung für den späteren Kanal-Ausbau geschaffen.
Mit dem Rückbau der alten Straßenbrücke, voraussichtlich im Oktober 2009, wird ein weiterer wichtiger Baustein für einen zukünftigen zweilagigen Containerverkehr gesetzt. Aufgrund weiterer Brücken über die Wasserstraßen, die nur Durchfahrtshöhen von rund vier Metern ermöglichen, bleiben Containerverkehre jedoch vorerst unwirtschaftlich.
Nach dem Rückbau der alten Straßenbrücke Kaiserweg soll es laut Wasser- und Schifffahrtsamt nur noch vier Bauwerke über die Binnenwasserstraßen zwischen Stettin und Prag beziehungsweise Stettin und Basel geben, die eine Durchfahrtshöhe von weniger als 4,50 Meter über dem oberen Betriebswasserstand aufweisen. Alle befinden sich an der Havel-Oder-Wasserstraße. Für die deshalb geplanten Ersatzneubauten der Straßenbrücke Eberswalde, Straßenbrücke Klosterbrücke und des Schiffshebewerkes Niederfinow liegen rechtskräftige Planfeststellungsbeschlüsse vor. Der vierte und letzte Engpass, die Eisenbahnüberführung Kreuzbruch, gehört der Niederbarnimer Eisenbahnaktiengesellschaft AG.
Neben Lübeck ist der Hafenverbund Stettin-Swinemünde der einzige Ostseehafen, der über einen vollwertigen direkten Anschluss an das 22 000 Kilometer lange Binnenwasserstraßennetz der Europäischen Union verfügt. Über die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße kann die Wasserstraßenverbindung Berlin - Stettin unabhängig von den Niedrigwasserereignissen auf der Oder befahren werden.
Quelle: MOZ